Modrovka

img_4641.jpgDas Dorf Modrovka und die Burg Tematín befinden sich in dem Gebirge von Považský Inovec. Die älteste Besiedlung befand sich hier in dem jüngeren Paläolithikum. Aus der Zeit von Grossmähren kommen die Burgstätte und ein Grab wurde in Modrovka gefunden. Das Territorium wurde von einem Magnat aus Kostolec bis zum Ende des 11. Jahrhunderts verwaltet, als es zum Teil des ungarischen Königtums wurde.

img_4670.jpgDie Invasion von Tataren in 1241 zwang dem König Belo IV. zum Aufbau von Wachburgen an den strategisch wichtigen Orten. Aus diesem Grund wurde auch Tematin gebaut. Am Ende des 13. Jahrhunderts gehörte die Burg zum Vermögen von Matthaus Cak (Herr von Waag und Tatra) und nach seinem Tod gewann die Burg die Krone. Ludwig I. schenkte sie dem Gauherren von Tekov, Mikuláš Toth (Kont). In dem Donationsdokument aus dem Jahre 1348 wurde zum ersten Mal auch Modrovka als alia Madro (andere Madro/Modrová) erwähnt. Der Name kommt aus dem Lateinischen- das Wort ˮmadorˮ heisst ˮfeucht, nassˮ, weil diese Gebiete sumpfig und nass waren. Diese Benennug benutzten die italienischen Immigranten, die hierher im 12. Jahrhundert kamen.

In 1452 die grösste Gemeinde in dem Landbesitz Tematín war Piešťany mit 52 Pforten und Modrovka war die kleinste mit 5 Pforten und etwa 100 Bewöhner (Porta/Pforte war das Tor, durch das ein vollbeladener Wagner ein- und ausfahren könnte). Der Landbesitz erwarb die Thurzo Familie in 1524- das Dokument gibt die Namen Themetwen und Kysmodroh an. In 1614 erwarb den Landbesitz der letzte lebende Erbe- Stanislav Thurzo, der die Burg rekonstruieren liess und die Garnison besser bewaffnete. In 1636 starb das ganze Thurzo Geschlecht aus.

In 1663 brach ein neuer Krieg gegen die Türken aus. Nach der Kapitulation wurde Modrovka zum Teil des Osmanischen Reichs. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts siedelten die Besitzer des Tematín Landbesitzes nach benachbarten Gemeinden um. Dort bauten sie Schlösser- Moravany, Lúka, Brunovce.

640px-bercsenyi_miklos_vu.jpgGraf Mikuláš Berčéni, General und Gauherr von Ung, war der Miteigentümer von der Burg. In 1700 vorbereitete er eine anti-habsburgische Verschwörung mit Ferenc II. Rakoczy. Sie wurden verraten, Rakoczy wurde verhaftet und Berčéni entflog nach Polen. Die Aufständer ergaben sich erst in 1711, sondern Rakoczy und Berčéni lehnten die königliche Amnestie ab und bevorzugten die Verbannung. In 1715 verloren sie ihren ganzen Besitz.

In 1715 fand sich andere Vermögensauflistung statt. 26 Familien lebten in Modrovka und dieses Dorf hatte zum ersten (und letzten) Mal mehr Einwöhner als Modrová und alle von ihnen hatten die slowakische Ursprung. Die Landesherren in Modrovka waren Adalbert und Karol Šándor. Die Familien Zerhadeli und Motešický erwarben Modrovka in 1775.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts lebten die Leute in Armut wegen der Napoleonischen Kriege. Ausserdem beschädigte ihre Felder auch Hochwasser in 1818. Die Volkszählung in 1813 brachte folgende Ergebnisse: in Modrovka gab es 17 Häuser für 23 Familien, insgesamt 97 Einwöhner. In 1822 hatte Modrovka 205 Einwöhner, in 1828 ein bisschen mehr- 258. In 1866 sechs Leute starben an Cholera. In 60. Jahren Graf Kurt Zedwitz erwarb den Landbesitz von Tematín. Die Namen Modrová und Modrovka wurden ofiziel in 1927 angenommen.